29.12.04 Junction Bar - Review von Wilbur

Ja, ich höre gern Dylan-Songs. Daher war ich nun zum dritten Mal bei Some Wicked Messengers - diesmal in der Junction Bar.

Wiedereinmal hatte sich das Line-Up der Band geändert. Der Geiger hatte wohl einen anderen Auftritt zu absolvieren und stand somit nicht zur Verfügung. Das dürfte dazu geführt haben, dass Hurricane nicht im Programm war.

Auch der hauptamtliche Gitarrist war verhindert und wurde ersetzt von Thomas Wendel, der Vorteile im Solospiel hatte, dafür aber nicht Slide oder Lap Steel spielte.

Soviel vorab, nun zur Setlist:

(1.Set) 1. Somebody Touched Me, 2. Positively 4th Street, 3. Man In The Long Black Coat, 4. Tombstone Blues, 5. Mozambique, 6. Senor, 7. Masters Of War, 8. Sara, 9. It’s All Over Now, Baby Blue. (2.Set) 1. Girl From The North Country, 2. The Times They Are A-Changing, 3. I Want You, 4. Love Sick, 5. Highway 61 Revisited, 6. You Ain’t Going Nowhere, 7. Oh Sister, 8. Don’t Think Twice, It’s All Right, 9. Blind Willie McTell, 10. All Along The Watchtower. (Zugaben) 1. One More Cup Of Coffee (Valley Below), 2. I Shall Be Released.

Der erste Set war gewohnt gut. Ein Highlight hier war (wie immer) Man In The Long Black Coat. Alles andere ist im Wesentlichen in den Berichten über die letzten zwei Gigs gesagt, und da ich mich nicht unbedingt wiederholen will...

Vielleicht sollte man noch anfügen, dass der Set sehr solide rüberkam, obwohl der Geiger und den hauptamtliche Gitarrist fehlten. Man musste schon sehr genau hinhören oder -sehen, um Unsicherheiten zu entdecken. Also, ich finde sowas immer beeindruckend.

Set Nr. 2 begann mit zwei Solo-Nummern von Bernd, dem Sänger. Diese beiden waren die einzigen mir noch unbekannten Dylan-Versionen an diesem Abend, was wohl auf das kurzfristig umgestellte Line-Up zurückzuführen sein dürfte. Girl From The North Country war wunderschön und gehörte für mich zu den Highlights des Abends. Auch The Times They Are A-Changing, die zweite Solo-Nummer, war prima, kam aber nicht an die erste heran. Sängerin K.C.‘s I Want You Version war erneut sehr schön zu hören. Leider war K.C.‘s Stimme irgendwie zu leise (vor allem aber bei anderen Stücken im Chor). Love Sick war widerum sehr atmosphärisch und kam ‘runder‘ rüber als beim letzten Mal. Nach Highway 61 Revisited folgte das diesmal etwas holprige You Ain’t Going Nowhere. Oh Sister war dann wieder ein Genuss. Danach eine sehr dylanesque Version von Don’t Think Twice, It’s All Right. Die Vocals so rasant gesungen, wie Dylan es live gern tut und dann die Harp...pusten-blasen-pusten-blasen-pusten-blasen...ganz wie Bob...das war cool. Mein Highlight des Abends aber war das folgende Blind Willie McTell. Das war gänsehautmäßig! Mit einem wunderbaren Gitarrensolo! Auch im abschließenden All Along The Watchtower gab’s dann noch ein tolles Gitarrensolo (der ‘Battle‘ mit der Geige fehlte natürlich).

Die Zugaben rundeten dann diesen schönen Abend würdig ab. War I Shall Be Released diesmal langsamer oder warum hat’s mir auch in dieser Version (vgl. letzten Bericht) richtig gut gefallen?

Tja, ich hätte nun gern noch You’re A Big Girl Now und Stuck Inside Of Mobile With The Memphis Blues Again gehört (vgl. letzten Bericht), aber man kann nicht alles haben...

Wie’s aussieht, muss ich nun bis April auf’s nächste Mal warten...