|
|
|||||
| Some Wicked Messengers im JWD, Berlin (20.05.05)-von Wilbur!
...das Review kommt - wie üblich - spät, aber rechtzeitig zum nächsten Gig... Some Wicked Messengers play Bob Dylan Somebody Touched Me, die typische Anfangsnummer der Band, eröffnete den Abend. Schon hier war zu hören, dass der Chor diesmal gut ausgesteuert war. Und beim nächsten Song, Like A Rolling Stone, wurde auch klar, dass die Band heute überhaupt einen wunderbaren Sound hatte. Gewohn gut auch Song Nr. 3: Positively 4th Street. Bernd war anzumerken, dass er noch mehr Seele in den Gesang legte als ohnehin schon. Danach dann vier (!) Nummern, die ich von der Band noch nicht gehört hatte: If You See Her, Say Hello - sehr schön mit Mandoline und einem ausgedehten Mandoline/Harp/Geige-Solo. Hier - wie beim nächsten Song, Only A Hobo, - muss man KC’s zweite Stimme hervorheben, die nicht nur vom Sound her überzeugte. Dann eine prima 'stompin' Version von If You Gotta Go, Go Now und ein sehr schönes, mit viel Gefühl vorgetragenes Going, Going, Gone mit einem ziemlich kaputten Gitarrensolo, das wie ein Kontrapunkt daherkam. Danach dann eine gute, Byrds angehauchte Version von Mr. Tambourine Man und schließlich ein - wie üblich - überzeugendes Blind Willie McTell mit einem coolen Anfang. - Kurze Pause - Zum Wiedereinstieg gab’s dann zunächst eine schöne Solo-Nummer von Bernd: As I Went Out In The Morning - für mich auch ein neues Stück. Danach übernahm KC den Gesang und die akustische Gitarre für ihre Solo-Nummer (mit Bass- und Lap-Steel-Begleitung): I Want You - wie immer sehr schön und mit dem diesmal gut ausgesteuerten Gesang um so wirkungsvoller. Der Band-Sound erklang dann wieder bei Hurricane (wie immer mit wunderbar authentischer Geige von Bernhard)...tja, is schon ‘n scheiß-langer Text, was Bernd? ;-) Es folgten die beiden besten Songs des Abend. Nr.1: George Jackson in einer ruhigen und doch knackigen, überzeugenden Version. Ein Song übrigens, den Dylan selbst bisher nur auf Single veröffentlicht hat! Nr.2: Standing In The Doorway, das von Stefans genialem Lap-Steel-Spiel wunderbar getragen wurde. Zwei wirklich tolle Nummern. Auch die waren mir neu. Der nächste Song, Highway 61 Revisited, war mir nicht neu, diese Version aber durchaus. Ich hatte sonst immer angemerkt, dass die Nummer etwas deutlicher, kraftvoller rüberkommen könnte, und damit war eigentlich der Sound gemeint. Nun gab es dieses neue Arrangement. Der geniale Beat, den der Song nun hatte, gab Letzterem genau die Kraft, die er bisher immer etwas vermissen ließ - obwohl die Version eigentlich langsamer war. Das war toll! Danach ein langsames Blowin‘ In The Wind und schließlich All Along The Watchtower, das zwar gut war, das ich aber auch von den Messengers schon knackiger gehört habe. Auch schien mir das wunderbare Geige-Gitarre-Solo-Duell etwas kurz geraten und nicht so inspiriert wie sonst. Vielleicht lag es daran, dass die Band - aufgrund der Vorgaben des Veranstalters - langsam zum Ende kommen musste. Jedenfalls war leider nur noch eine Zugabe möglich: Don’t Think Twice, It’s All Right, das Bernd immer sehr schön dylanesque rüberbringt. Fazit: Das war das beste Konzert, das ich bisher von SWM gehört habe. Der Sound war prima, die Songauswahl klasse und die Musiker hatten sichtlich Spaß. Sowas überträgt sich. Das Berliner Publikum bekam zudem sieben (!) neue Songs und eine komplett überarbeitete Version zu hören. Der Bass/Schlagzeug-Groove wird mit jedem Mal runder, überzeugender, und auch alles Mehrstimmige wird immer besser. Alles in Allem klingt’s immer mehr wie aus einem Guss und der Spaß zuzuhören wächst immernoch. Yeah! Freue mich - wie immer - schon auf’s nächste Mal. |
|||||